Plastikmüll vermeiden, Teil 2

Der Klaus schreibt heute schräg. 😉

Beim Einkauf hat sich für mich nichts Wesentliches verändern lassen. Was mir immer wieder aufstößt ist, das ich günstig nur in Plastik verpackte Frischwaren erhalte. An der Wurst- und Käsetheke, auch beim Obst gibt es kaum Alternativen. Hier kann und muss auch nicht jeder Verbraucher reagieren. Die Aufforderung geht an den Einzelhandel, ihren Einkauf  zu überdenken und neu zu strukturieren.

Nicht nur beim Einkaufen kann man relativ leicht Plastikmüll vermeiden. Ein weiterer Bereich, in dem das meiner Meinung nach relativ gut geht, ist das Badezimmer.

Einen grundsätzlichen Gedanken zum Plastik vorweg:

Prinzipiell ist Plastik kein Material welches verteufelt werden muss. In vielen Bereichen ist es einfach praktisch und kann über viele Jahre sinnvolle Dienste erweisen. Für die Umwelt problematisch ist eher alles, was aus Plastik ist und nur eine sehr kurze Lebensdauer hat und das Mikroplastik, welches unser Wasser verunreinigt.

Mikroplastik sieht man nicht, nimmt man gar nicht wahr. Warum muss das überhaupt in Duschgels und Shampoos enthalten sein? Um dies zu vermeiden, sind wir wieder zur guten alten Seife zurückgekommen. Diese ist frei von jeglicher Plastikverpackung, in der Regel ergiebiger als eine Packung Duschgel und eben ohne jedes Mikroplastik. Das Duschvergnügen ist durchaus das gleiche.

Das mit dem Duschvergnügen würde ich nicht so bestätigen. Es funktioniert. Auch ich bin zur Seife übergegangen. Dabei habe ich zwei Ökoseifen ausprobiert. Für beide gilt: sie riechen gut, reinigen selbstverständlich hervorragend und sind dabei günstiger als Duschgel. Vermutlich sind es Kleinigkeiten die mich stören. Das ist der Umgang mit dem glitschigen Klotz, der mir gerne aus der Hand rutscht. Wie gut dass dabei keiner an Gefängnisduschen denkt. Das Andere ist das matte und raue Gefühl, wie gegen den Strich gebürstet, der Haut, das sich nach dem Abspülen einstellt. Nichts desto Trotz werde ich beim Duschen weiterhin auf Seife setzen.

Auch Shampoo gibt es inzwischen in Seifenform. Da muss man sich sicher etwas durch die verschiedenen Produkte durchprobieren. Aktuell habe ich eine Shampoo-Seife von dm (foamie), mit der ich ganz zufrieden bin. Wenn du experimentierfreudig bist, dann kannst du auch das Internet nach Rezepten für selbstgemachte „Haarwasch-Produkte“  z.B. Roggenmehl, durchstöbern. Haarspülung kannst du ganz einfach und preiswert durch verdünnten Apfelessig (bei hellen Haaren) oder schwarzen Tee (bei dunklen Haaren) ersetzen.  

Meine Haare mit Roggenmehl zu waschen habe ich auch schon ausprobiert. Fand ich jedoch nicht so toll, da man die Haare danach sehr, sehr gründlich ausspülen muss, sonst rieselt den ganzen Tag über das Mehl aus den Haaren und du hast einen weißen Rand auf deinem dunklen Kragen.

Meine Haarpflege ist recht schlicht. Siehe Seife. 

Zahnbürsten sollte man spätestens nach 8 Wochen austauschen. Also alle 8 Wochen Plastikmüll. Inzwischen gibt es von verschiedenen Herstellern Bambus-Zahnbürsten, d. h. der Griff ist aus Bambus. Auch hier sind die Borsten aus Kunststoff. Aber immerhin ist der Plastikmüll deutlich reduziert. Die Borsten dieser Bürsten sind für mein Empfinden recht weich. Gewöhnungsbedürftig ist das Mundgefühl. Hier glaube ich aber, dass es daran liegt, dass wir von klein auf an eine Plastikzahnbürste kennen. Wenn es anders wäre und wir von klein auf an eine Bambuszahnbürste benutzt hätten, wäre dies für uns normal.

Bis jetzt habe ich eine Bambuszahnbürste ausprobiert. Zu dem bereits gesagten möchte ich etwas ergänzen. Nicht nur das die Borsten, obwohl mit „Mittel“ angegeben, viel zu weich sind, sie verbiegen sich binnen einer Woche bei meiner Art die Zähne zu putzen. Die Zahnbürste sieht dann aus, als wäre sie Monate im Einsatz gewesen. So eine Art kleine Rundbürste. Hier bin ich bereit noch die eine oder andere Zahnbürste auszuprobieren, gehe aber bei gleichem Ergebnis lieber wieder zurück auf das gewohnte Plastik.

Das Thema Mehrweg bei Getränken hat mich ebenso beschäftigt. Als Liebhaber einer Limonade mit geringem Zuckeranteil eines namhaften Herstellers wählte ich bis jetzt die Sorte in der Kunststoff-Einwegflasche. Der Umstieg wird dem Verbraucher nicht leicht gemacht, dann der Pedant in der Mehrwegflasche ist im Literpreis etwa 20-25% teurer. Warum?
Warum kann es einen „hübsch & billig“ Saft/Nektar nicht in einer Mehrwegverpackung geben? Liegt es nur an unserem Einkaufsverhalten oder ist eine Veränderung dabei politisch nicht gewollt? Warum?

Zu einem Fazit bin ich noch nicht bereit. Kommt aber, demnächst in diesem Theater.

Mein Zwischenfazit: das Thema „Plastikmüll vermeiden“ ist ein sehr umfangreiches, wenn man erstmal eingestiegen ist. Ich glaube es ist gut, sich selbst dafür zu sensibilisieren und immer mal wieder die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen und kreativ nach plastikfreien Alternativen zu schauen. Perfekt werden wird es nie, aber darum geht es auch nicht. Mit vielen kleinen Schritten von vielen Menschen gemacht, bringt das unsere Umwelt schon ein ganzes Stück weiter.

Und dann gilt es, dieses Thema auch mal global zu beleuchten: Wir, hier in Deutschland, sind ja nicht alleine auf der Welt. Plastikmüll entsteht überall auf der Welt. Es sind somit alle gefordert, ihr Verhalten in dieser Hinsicht zu ändern. Gehen wir mit gutem Beispiel voran, ganz nach dem Zitat von Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

Liebe Grüße

Margit & Klaus

Sieben Wochen ohne

….ohne was? Genau das war/ist die Frage. Und warum????

In Bayern aufgewachsen, konfirmiert und auch ein paar Jahre in der katholischen Jugend verbracht kann ich behaupten, christlich sozialisiert worden zu sein. Die Fastenzeit ist, so sagt auch die allwissende Müllhalde, eine Vorbereitung auf das Hochfest der Kirche: Ostern. Es erinnert weiterhin an das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste. Das hat mir, damals wie heute, wenig gemein. In meiner Erinnerung – jede Erinnerung kann trügerisch sein – habe ich bisher nie versucht, die 40 Tage ohne irgendwas zu  erleben. Wenn Bier tatsächlich eine Erfindung der Mönche ist, dann läge es eigentlich nahe, mein Essen durch vergorene Gerste oder Weizen zu ersetzen. Welch schöne Vorstellung. 
So also zu meiner zweiten Frage? Warum also jetzt? Entstanden ist es aus einer Laune heraus in einem Gespräch auf dem Sofa über die Fastenzeit. Mit der eigenen Definition als eine Zeit der Besinnung, ob das, was wir gewöhnlich konsumieren,  unbedingt nötig ist. Selbstreflexion in Sachen eigenes Handeln. Verbunden mit dem Wissen, dass die Welt nicht besser wird, wenn wir nach der Askese wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen.  Im übrigen denke ich, dass die Welt ist, wie sie ist, unabhängig von meinem Handeln.

Was könne man(n) denn weglassen? Was schmerzt? Hm, sieben Wochen ohne Amazon?Oh Gott, wie schwierig. Ohne Alkohol?  Gut, das zittern hört nach einer Weile auf. Keinen Zucker? Was esse ich denn zum Frühstück ohne Marmelade. Ohne Fleisch? Eine Überlegung. Mein Sohn ist Vegetarier, meine Frau war, als ich sie kennen und lieben lernte, vegan. Einerseits bin ich also in guter Gesellschaft (Neugier die verbindet), andererseits ist es für mich als menschliche Fliegenfalle eine echte Herausforderung.

Ab Mittwoch kommender Woche geht es los. Kein Fleisch mehr. Ich freue mich auf die Zeit und bin schon neugierig, wie so ein veganes Schnitzel wohl schmecken mag. Gutes Marketing haben sie ja ,die „neuen“ Produzenten. Mit Spannung blicke ich auf all die tollen, neuen Rezepte, die wir ausprobieren und uns /mich beseligen werden. Meine Gedanken, Erfahrungen und mein „geistig-seelischer“ Zustand poste ich in dem einen oder anderen Blogbeitrag.

Liebe Grüße, Klaus

Am 06. März beginnt in diesem Jahr bei uns die Fastenzeit. Sie dauert 40 Tage und endet am 20. April.

Diese Tradition hat einen religiösen Ursprung. Sie ist als Zeit des bewussten Verzichtes und der Besinnung zu verstehen. Gefastet wird in allen Religionen, wenn auch sehr unterschiedlich.

Inzwischen erfreut sich das Fasten auch außerhalb der religiösen Tradition einer großen Beliebtheit. Den gesundheitlichen Aspekt klammere ich hier mal aus, der unbestritten gegeben ist. Auch ich habe das ausprobiert, aber es ist mir sehr schwergefallen, auf das Essen zu verzichten. Dafür esse ich einfach viel zu gerne.

Unter dem Aspekt des bewussten Verzichtes gibt es heutzutage eine Vielzahl von Anregungen, worauf man während der Fastenzeit auch verzichten kann: angefangen mit bestimmten Lebens- bzw. Genussmitteln (Fleisch, Zucker, Alkohol) über Gewohnheiten wie z.B. Fernsehen, (online-) Shopping,  Autofahren bis hin zur Vermeidung von (Plastik-)Müll oder Lebensmittelverschwendung.

Ich halte das für eine sehr gute Gelegenheit in unserer Welt, die zumindest für die meisten Europäer voller Überfluss jeglicher Art ist, mal ein paar Stufen runterzuschalten, zu entschleunigen und sich zu besinnen: was ist wirklich wichtig im Leben.

Bei meiner Recherche im Internet bin ich auf MEIN Fastenprojekt für dieses Jahr gestoßen:

VERSCHWENDUNGSFASTEN. Hier kannst du lesen, was es damit auf sich hat.  

Hast du Lust, dich mir als Verschwendungsfaster anzuschließen?

Ziel dieser Aktion der Deutschen Umwelthilfe soll es sein, die Politik zum Handeln aufzufordern, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu unternehmen. Und natürlich werde ich dabei auch mein eigenes Verhalten genau beobachten: was kann ich konkret tun, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Es gibt jede Woche eine neue Challenge, die die Verschwendungsfaster ins Handeln bringt. Ich bin ein Fan von Challenges!

Selbstverständlich werde ich mich aber auch Klaus anschließen und in den kommenden 7 Wochen auf Fleischprodukte verzichten.

Auf unserer Facebook-Seite berichte ich wöchentlich über meine Fastenerlebnisse.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du dir auch vorgenommen zu fasten? Was möchtest du fasten und warum? Hinterlasse gern einen Kommentar.

Liebe Grüße, Margit

Plastikmüll, noch immer erster Teil

Hallo meine lieben Lesende! Alles Wichtige, was es direkt zum Einkaufsverhalten zu sagen gibt, hat Margit schon gesagt. Einzig eine kleine Ergänzung. Wohlwissend, dass meinem Gedanken Hygienerichtlinien entgegenstehen formuliere ich trotzdem: Was hindert uns daran beim Einkaufen an jedem Frischetresen saubere Dosen (ja, auch aus Plastik, hier weiter in meiner Metaebene) mitzubringen? Ein Druck an der Waage auf Tara und schon kann der Verkauf weitergehen. Selbst nach Einwaage eines Gutes, Wachspapier dazwischen, Tara gedrückt und weiter geht es. 

Metaebene: es gibt keinen Grund Plastik, generell zu verteufeln. Es geht um den Kontext der Benutzung. Alles, was wir lange verwenden, darf aus Plastik sein. Welcher Werkstoff hat die gleichen Eigenschaften? Es ist leicht, gut zu reinigen, in jeder Form zu bringen. Warum also nicht mit einer Schüssel eines uns allen bekannten amerikanischen Herstellers an die Käsetheke und quasi über Jahre unseren Käse kaufen?
Darüber hinaus zeigt uns die Erfahrung, dass Appelle allein selten die Bewegung entfalten, die nötig ist, um eine spürbare Veränderung zu bewirken. Beispiel Pfand auf Kunststoffflaschen: wo wären wir heute, wenn wir dieses Pfand nicht hätten? Als eigener, subjektiver Vergleich dient unser letzter Sommerurlaub in Italien. Hier gibt es kein Pfand auf Kunststoffflaschen. Das Bedürfnis der Nutzer solch eine Flasche dem Recycling oder auch nur der Verbrennungsanlage zuzuführen ist wesentlich geringer. Somit sehe ich den Gesetzgeber in der Pflicht. Um Kunststoffmüll zu vermeiden, müssen Verpackungen (die letztlich auch nur verbrannt werden) schmerzhaft besteuert oder verpflichtend durch andere Verpackungen und Mehrweg ersetzt werden. 

Ein Gedanke ist mir bei allen Diskussionen über Plastik, Bienensterben, Kohleausstieg, Klimawandel, Rodung von Tropenwäldern und so weiter sehr wichtig, den ich an entsprechender Stelle immer wieder hervor holen werde:

Es geht nicht darum unsere Erde/Planeten zu retten. Die Erde braucht uns nicht.  Sie wird es, wie auch die letzten drei oder vier Milliarden Jahre schon überstehen. Nicht mit allen Arten. Vielleicht aber ohne uns.  Bis jetzt sind wir Menschen im Angesicht der planetarischen Entwicklung nur das kurze Aufblitzen eines Zündfunkens; für ein schönes, wärmendes Feuer (keine CO2 Diskussion bitte) oder eben verpufft in der Unendlichkeit.  Es geht um uns und unsere Nachkommen.. 

Gruß Klaus

Plastikmüll vermeiden, Teil 1

Beim Austausch über das Thema ‚Plastikmüll vermeiden‘ haben wir ganz schnell gemerkt, wie vielschichtig dieses ist. Deshalb werden wir in mehreren Teilen darüber erzählen und unsere Gedanken mitteilen.

Beginnen möchte ich mit dem Aspekt Plastikmüll beim Einkauf vermeiden. Meiner Erfahrung nach ist das ein guter Einstieg, der relativ leicht umzusetzen ist.

Bei Obst und Gemüse braucht es schlicht weg keine Plastiktüten. Ich habe mir schon vor Jahren aus Wäschenetzen Gemüsenetze genäht. Inzwischen gibt es bei Edeka und in den einschlägigen Naturkostläden oder auch im Internet ebenfalls Gemüsenetze zu kaufen. Der Trick ist halt nur, diese dann auch dabei zu haben.  😊 Obst und Gemüse, welches in Plastik verpackt ist, wird einfach nicht gekauft. Das ist unter Umständen manchmal schade, aber nur so kann man als Verbraucher dem Einzelhandel klar machen, was man will und was nicht.

Brot und Brötchen kaufen wir am besten frisch beim Bäcker. Da werde ich jedoch beim nächsten Einkauf nachfragen, ob mein geschnittenes Brot auch in meinen mitgebrachten Beutel aus Baumwolle gepackt werden kann, denn aktuell wird es auch in eine Plastiktüte gepackt.

Irgendwie ist das so selbstverständlich, erst jetzt, wo ich mich explizit mit diesem Thema auseinandersetze, wird mir bewusst, was ich dann doch noch aus Gewohnheit in Plastikverpackungen kaufe. Auch hier ist Achtsamkeit gefragt; sich bewusst machen: was mache ich hier eigentlich.

Milchprodukte: hier sind leider die wenigen Produkte, die es in Glasflaschen bzw. Gläsern gibt, so extrem viel teurer, dass ich dafür noch keine Lösung gefunden habe. Immerhin: besser einen Joghurtbecher zu 500g als viele kleine.

Ähnlich verhält es sich bei Wurst und Käse: Entweder abgepackt in Plastik oder frisch am Tresen, was wiederum eine deutliche Preissteigerung mit sich bringt. Immerhin hat Edeka inzwischen ein System eingeführt, bei dem die Wurst und das Fleisch in Mehrwegverpackungen abgepackt wird, denn ansonsten hat man ja auch da eine Plastiktüte um sein gekauftes Fleisch.

Getränke, speziell Wasser, kaufen wir so gut wie gar nicht. Wir trinken Leitungswasser, auf Wunsch aufgesprudelt. Säfte und Softdrinks werden wir in Zukunft auch nur noch in Mehrweg-Flaschen kaufen.

Fakt ist: Perfekt gibt es nicht, wir werden immer Kompromisse machen. Aber es lohnt sich durchaus mal bewusst darauf zu achten, was so alles im Einkaufswagen landet und ob es für das eine oder andere Produkt nicht eine plastikfreie oder zumindest plastikarme Alternative gibt.

Und zu guter Letzt: Müll gehört getrennt in den Müllsack und nicht in die Natur. Das weiß doch jedes Kind, wirst du jetzt denken. Genau, aber ich bin immer wieder entsetzt, wieviel Müll ich in der Natur sehe!

Fühl dich inspiriert, bei deinem nächsten Einkauf mal ganz bewusst hinzuschauen.

Welche Erfahrungen hast du beim Thema Plastikmüll vermeiden gemacht?

Liebe Grüße, Margit