Margits Bücherecke

Madame Moneypenny „Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können“ von Natascha Wegelin, rowohlt-Verlag, 240 Seiten in der Print-Ausgabe

Heute möchte ich euch ein Sachbuch vorstellen. Gefühlt lese ich auch viel mehr Sachbücher als Unterhaltungsliteratur. 😊

Aber keine Angst, lasst euch nicht von dem Wort Finanzen in Buchtitel abschrecken. Es ist keineswegs ein langweiliges, schwer verständliches Buch. Ganz im Gegenteil. Alle relevanten Informationen sind in eine kurzweilige Geschichte verpackt. Man ist quasi Zaungast bei einem Grillabend im Elternhaus der Autorin. Während dieses Abends unterhalten sich die Frauen des Hauses über das Thema Geld, aber eben aus „Frauensicht“. Das soll keineswegs abwertend klingen. Aber mal ganz ehrlich: wer hat schon Lust, sich mit diesem Thema wirklich zu beschäftigen? Meist sind wir Frauen doch dankbar, wenn das jemand anderes für uns übernimmt. Nur leider ist das etwas kurz gedacht.

Natascha Wegelin hat genau diese Erfahrungen auch gemacht, die sie teuer zu stehen kamen. Deshalb hat sie beschlossen, sich intensiv mit dem Thema Finanzen zu befassen. Dabei ist ihr aufgefallen, dass Frauen hierbei eher außen vor sind: sie werden nicht angesprochen, sind halt keine Zielgruppe für die Finanzwelt. Daraufhin hat sie selbst einen Blog darüber ins Leben gerufen, auf dem sie ihre Erfahrungen und ihr neu erworbenes Wissen mit anderen teilt. Zielgruppe sind hierbei Frauen. Es entwickelte sich daraus eine regelrechte Bewegung: Madame Moneypenny. So heißt auch ihr Blog. Auf Facebook gibt es eine geschlossene „Madame Moneypenny“ Gruppe, nur für Frauen, die inzwischen über 30 000  Mitglieder hat.

Ziel dieses ganzen Projektes ist es, den Frauen die Angst vor diesem Thema zu nehmen, was wie ich finde, gut gelingt. 

Also, liebe Leserin: fühl dich inspiriert und motiviert. Das Buch ist ein guter Einstieg. Aber auch wenn das Thema Finanzen für dich kein gänzlich unbekanntes ist, ist es aus meiner Sicht lesenswert.

Ich habe es mir als e-book gekauft (9,99 €) und in 3 Tagen durchgelesen.

Ach und übrigens: auch dieses Buch ist ein Spiegel-Besteller!

Margits Bücherecke

„Töchter einer neuen Zeit“ von Carmen Korn;  540 Seiten; Rowohlt Taschenbuchverlag

Dieses Buch hat mir meine Schwester zum Lesen gegeben, nicht nur, aber auch, weil die Geschichte in Hamburg spielt.

Darum geht es: Der erste Weltkrieg ist vorbei, das Land beginnt sich langsam zu erholen. Erzählt wird die Geschichte von vier sehr unterschiedlichen jungen Frauen, die eine Freundschaft verbindet, die im Laufe der Jahre, besonders unter dem zunehmenden Einfluss des Nationalsozialismus immer wieder auf die Probe gestellt wird, aber unerschütterlich ist.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte reingekommen, das Buch lässt sich gut lesen. Besonders spannend fand ich, mir das Hamburg der 20er bis 40er Jahre des letzten Jahrhunderts vorzustellen, kenne ich doch die eine oder andere beschriebene Ecke aus der heutigen Zeit. Auch die Beschreibungen der Lebensumstände zur Zeit des Nationalsozialismus und während des Krieges waren für mich sehr anschaulich und besser als manch Geschichtsstunde meiner Schulzeit, in denen es doch hauptsächlich um „gut“ und „böse“ ging. Auch aus diesem Grund kann ich diese Buch sehr empfehlen.

Zwiegespalten bin ich etwas, weil auch dieses Buch (wieder Mal) der erste Teil einer Trilogie ist. Warum muss jede Geschichte so ausgeschlachtet werden? Für mich hätte durchaus auch am Ende des ersten Buches Schluss sein können. Auf der anderen Seite kann der Leser so eine Zeitreise durch ein sehr spannendes, geschichtsträchtiges Jahrhundert unternehmen, anschaulicher und lebensnaher als jede Geschichtsstunde.

Meine Empfehlung: auf jeden Fall lesenswert.   (ich gebe mein Exemplar gern weiter)

Nachtrag: aktuell steht dieses Buch auf Platz 3 der Spiegel-Bestseller -Liste in der Rubrik Taschenbücher.