Sieben Wochen ohne

….ohne was? Genau das war/ist die Frage. Und warum????

In Bayern aufgewachsen, konfirmiert und auch ein paar Jahre in der katholischen Jugend verbracht kann ich behaupten, christlich sozialisiert worden zu sein. Die Fastenzeit ist, so sagt auch die allwissende Müllhalde, eine Vorbereitung auf das Hochfest der Kirche: Ostern. Es erinnert weiterhin an das 40-tägige Fasten Jesu in der Wüste. Das hat mir, damals wie heute, wenig gemein. In meiner Erinnerung – jede Erinnerung kann trügerisch sein – habe ich bisher nie versucht, die 40 Tage ohne irgendwas zu  erleben. Wenn Bier tatsächlich eine Erfindung der Mönche ist, dann läge es eigentlich nahe, mein Essen durch vergorene Gerste oder Weizen zu ersetzen. Welch schöne Vorstellung. 
So also zu meiner zweiten Frage? Warum also jetzt? Entstanden ist es aus einer Laune heraus in einem Gespräch auf dem Sofa über die Fastenzeit. Mit der eigenen Definition als eine Zeit der Besinnung, ob das, was wir gewöhnlich konsumieren,  unbedingt nötig ist. Selbstreflexion in Sachen eigenes Handeln. Verbunden mit dem Wissen, dass die Welt nicht besser wird, wenn wir nach der Askese wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen.  Im übrigen denke ich, dass die Welt ist, wie sie ist, unabhängig von meinem Handeln.

Was könne man(n) denn weglassen? Was schmerzt? Hm, sieben Wochen ohne Amazon?Oh Gott, wie schwierig. Ohne Alkohol?  Gut, das zittern hört nach einer Weile auf. Keinen Zucker? Was esse ich denn zum Frühstück ohne Marmelade. Ohne Fleisch? Eine Überlegung. Mein Sohn ist Vegetarier, meine Frau war, als ich sie kennen und lieben lernte, vegan. Einerseits bin ich also in guter Gesellschaft (Neugier die verbindet), andererseits ist es für mich als menschliche Fliegenfalle eine echte Herausforderung.

Ab Mittwoch kommender Woche geht es los. Kein Fleisch mehr. Ich freue mich auf die Zeit und bin schon neugierig, wie so ein veganes Schnitzel wohl schmecken mag. Gutes Marketing haben sie ja ,die „neuen“ Produzenten. Mit Spannung blicke ich auf all die tollen, neuen Rezepte, die wir ausprobieren und uns /mich beseligen werden. Meine Gedanken, Erfahrungen und mein „geistig-seelischer“ Zustand poste ich in dem einen oder anderen Blogbeitrag.

Liebe Grüße, Klaus

Am 06. März beginnt in diesem Jahr bei uns die Fastenzeit. Sie dauert 40 Tage und endet am 20. April.

Diese Tradition hat einen religiösen Ursprung. Sie ist als Zeit des bewussten Verzichtes und der Besinnung zu verstehen. Gefastet wird in allen Religionen, wenn auch sehr unterschiedlich.

Inzwischen erfreut sich das Fasten auch außerhalb der religiösen Tradition einer großen Beliebtheit. Den gesundheitlichen Aspekt klammere ich hier mal aus, der unbestritten gegeben ist. Auch ich habe das ausprobiert, aber es ist mir sehr schwergefallen, auf das Essen zu verzichten. Dafür esse ich einfach viel zu gerne.

Unter dem Aspekt des bewussten Verzichtes gibt es heutzutage eine Vielzahl von Anregungen, worauf man während der Fastenzeit auch verzichten kann: angefangen mit bestimmten Lebens- bzw. Genussmitteln (Fleisch, Zucker, Alkohol) über Gewohnheiten wie z.B. Fernsehen, (online-) Shopping,  Autofahren bis hin zur Vermeidung von (Plastik-)Müll oder Lebensmittelverschwendung.

Ich halte das für eine sehr gute Gelegenheit in unserer Welt, die zumindest für die meisten Europäer voller Überfluss jeglicher Art ist, mal ein paar Stufen runterzuschalten, zu entschleunigen und sich zu besinnen: was ist wirklich wichtig im Leben.

Bei meiner Recherche im Internet bin ich auf MEIN Fastenprojekt für dieses Jahr gestoßen:

VERSCHWENDUNGSFASTEN. Hier kannst du lesen, was es damit auf sich hat.  

Hast du Lust, dich mir als Verschwendungsfaster anzuschließen?

Ziel dieser Aktion der Deutschen Umwelthilfe soll es sein, die Politik zum Handeln aufzufordern, etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu unternehmen. Und natürlich werde ich dabei auch mein eigenes Verhalten genau beobachten: was kann ich konkret tun, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Es gibt jede Woche eine neue Challenge, die die Verschwendungsfaster ins Handeln bringt. Ich bin ein Fan von Challenges!

Selbstverständlich werde ich mich aber auch Klaus anschließen und in den kommenden 7 Wochen auf Fleischprodukte verzichten.

Auf unserer Facebook-Seite berichte ich wöchentlich über meine Fastenerlebnisse.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du dir auch vorgenommen zu fasten? Was möchtest du fasten und warum? Hinterlasse gern einen Kommentar.

Liebe Grüße, Margit

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